Kinderwunsch als Single? - Darf man das?
Kann man als Single ein Kind adoptieren oder ein Pflegekind aufnehmen?
Mit diesem und weiteren Themen, habe ich mich mit meinem Ratgeber "Single? Und Jetzt?" auseinandergesetzt. Ihr findet ihn hier, sowohl als E-Book, als auch als Printausgabe:
Und nun das Kapitel des Buches, in dem es um den Kinderwunsch als Single geht:
Single und trotzdem Kinderwunsch?
Es ist nun mal eine Tatsache, dass nicht nur Menschen, die in einer Beziehung sind, einen Kinderwunsch verspüren. Dieser ist manchmal äußerst ausgeprägt und wird er nicht erfüllt, so kann das krank machen. Nicht wenige Menschen leiden zum Beispiel an einer Depression, weil der Wunsch nach einem Kind unerfüllt bleibt. Hat man keinen Partner oder keine Partnerin an der Seite, ist also Single, dann lässt sich der Kinderwunsch nur sehr mühevoll erfüllen. Es ist allerdings möglich, auch als Single Elternteil zu werden. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihr Ziel erreichen könne, sollte Sie solch eine große Sehnsucht nach einem Kind verspüren, dass es Ihnen gleich ist, ob Sie alleinerziehend sein werden oder nicht. Es erfordert allerdings eine Menge Mut diesen Schritt zu wagen und sich diesen Wunsch als Single zu erfüllen. Sie werden mit Sicherheit Kopfschütteln ernten, wenn Sie damit um die Ecke kommen. Im engen Familien und Bekanntenkreis vielleicht sogar. Ja, Sie werde sich wahrscheinlich dafür rechtfertigen müssen, Mutter oder Vater werden zu wollen. Doch wollen wir uns zunächst einmal die verschiedenen Möglichkeiten anschauen, die es gibt, um auch als Single für ein Kind sorgen zu können. Mal vorausgesetzt, dass Sie sich Ihr Vorhaben wirklich gründlichst überlegt haben und alle Für und Widders gegeneinander abgewogen haben.
Künstliche Befruchtung in einer Kinderwunschklinik
Dieser Variante setzt zunächst einmal voraus, dass Sie eine Frau sind. Aber auch dann ist es oft ein weiter Weg zum Wunschkind, sollten Sie sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden. In Deutschland werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum einen Arzt finden, der Sie bei Ihrem Vorhaben ein Baby zu bekommen, unterstützt. Sie müssen also meist aufs Ausland ausweichen. Hier ist zum Beispiel Dänemark zu nennen. In diesem Land haben sich verschiedene Kliniken sogar auf die Klientel Singlefrau spezialisiert. Entsprechend entgegenkommend wird man Sie dort behandelt. Neben einigen körperlichen Voraussetzungen spielt aber auch das Alter eine gewisse Rolle und einige Kliniken behandeln lediglich Frauen, welche nicht älter als 40 sind. Es gibt aber auch Ausnahmen unter den Kinderwunschzentren. So werden in manchen Klinken auch Frauen noch künstlich befruchtet, die das Fünfundvierzigste Lebensjahr bereits überschritten haben. Natürlich gibt es nicht nur in Dänemark die Möglichkeit sich, als Singlefrau sich in einer Kinderwunschklinik behandeln zu lassen. Auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel Spanien ist dies sehr wohl möglich. Oft arbeiten die Kinderwunschzentren dabei mit einer offenen Spende. Das heißt, das Kind kann den Spender kennenlernen. In der Regel wird dem Kind mit 18 mitgeteilt, wer sein Erzeuger ist. Dann besteht die Möglichkeit Kontakt zu Diesem aufzunehmen. Entscheidet man sich als Singlefrau für eine künstliche Befruchtung, so hat man, je nach Alter und sonstigen gesundheitlichen Gegebenheiten, jedoch nur eine ca. 30 % Chance, dass der Befruchtungsversuch klappt. Es heißt hier also Nerven behalten und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, falls Sie beim ersten Versuch nicht schwanger werden. Es kann aber auch sehr wohl vorkommen, dass es auch nach mehreren Versuchen einfach nicht klappen will. Dazu müssen Sie auch bedenken, dass jeder Befruchtungsversuch Sie mehrere Tausend Euro kosten wird. Die Krankenkasse übernimmt diese Kosten in der Regel nicht. Es kann also teuer für Sie werden. Hat die Befruchtung jedoch geklappt und Sie sind schwanger, dann werden Sie für die Mühe, welche Sie auf sich genommen haben belohnt. Und das noch mehr, wenn Sie schließlich ein, hoffentlich gesundes, Kind in den Armen halten.
Einen privaten Samenspender suchen und finden
Neben der Behandlung in einer Kinderwunschklinik kommt für eine künstliche Befruchtung auch noch ein privater Samenspender infrage. Hier haben Sie natürlich die Möglichkeit sich in Ihren Freundeskreis umzusehen. Vielleicht gibt es einen Single, der ebenso einen Kinderwunsch, aber keine Partnerin oder keinen Partner hat oder der aus anderen Gründen nicht Elternteil werden kann. Sicher kommt man damit nicht einfach so um die Ecke, aber heutzutage wird unter Freunden ja sehr offen geredet und vielleicht kommt man irgendwie auf das Thema. Dann könnte die Idee heranreifen gemeinsam ein Kind auf die Welt zu setzen und für dieses dann, zu gleichen Teilen, zu sorgen. Zugegeben – etwas ungewöhnlich, aber nicht unmöglich und sicherlich sind so bereits einige Kinder auf diese Welt gekommen. Finden Sie in Ihrem Freundeskreis keinen potenziellen Samenspender, so hilft hier das Internet weiter. Es gibt bestimmte Internetseiten, wo sich Samenspender und Empfänger treffen. Man kann dort entweder inserieren oder Inserate lesen und sich dann miteinander austauschen. Angeboten wird normalerweise entweder die Becher- oder die natürliche Methode. Häufig spenden die Männer mehrmals und sind vielleicht sogar bereits Vater von mehreren Kindern. Ob der Mann dann für das Kind da sein wird, oder ob er sich, nach der Spende, komplett zurückzieht muss abgesprochen werden. Einige Männer möchten Kontakt zum Kind, andere wiederum nicht. Das ist ganz unterschiedlich. Es wird festgehalten, dass die Frau, also die Empfängerin, auf jegliche Unterhaltszahlungen durch den Spender verzichtet. Der Vater wird bei Jugendamt dann nicht namentlich erwähnt. Manche Männer gehen sogar so weit, dass sie lediglich anonym spenden. Schwierig, da man dann weder Namen noch Adresse hat, falls das Kind seinen Erzeuger später einmal kennenlernen möchte. Und Sie sollten sich bewusst sein, jedes Kind wird irgendwann Fragen stellen. Spätestens im Kindergarten wird es feststellen, dass die anderen Kinder, für gewöhnlich, einen Vater haben. Dann werden die Fragen losgehen und Sie sollten Antworten parat haben. Lügen und dem Kind Märchen zu erzählen bringt nichts. Sie müssen dann immer mit einer Lüge leben und das ist nicht Sinn und Zweck der Übung. Jeder hat außerdem das Recht etwas über seine Herkunft zu erfahren und woher er stammt. Dieses Recht sollten Sie Ihrem Kind nicht vorenthalten. Von einer anonymen Spende kann ich also nur abraten. Name und Adresse sollten also getauscht werden und der Spender sollte Sie auch informieren, falls sich seine Kontaktdaten ändern. Dies ist jedoch alles, was an Kontakt stattfinden muss. Je nach Absprache werden Sie das Kind ganz alleine erziehen und für es sorgen. Kommt es zu Fragen durch das Kind, dann haben Sie Antworten parat und können Kontakt zum Erzeuger aufnehmen, sobald das Kind ihn kennenlernen möchte. Sie sollten offen hierfür sein und es nicht etwa verbieten. Das gibt nur böses Blut und ist für die Bindung zwischen Ihnen und dem Kind nicht gut. Beachten Sie die genannten Punkte und setzen sich ernsthaft mit dem Thema auseinander, dann kann auch eine private Spende zum Wunschkind führen.
Ein Pflegekind aufnehmen
Ja, auch als alleinstehende Person ist es möglich in Deutschland ein Pflegekind aufzunehmen und in dem Falle hat man sogar im reiferen Alter noch Chancen ein relativ kleines Kind aufzunehmen. Anders verhält es sich ja bei einer Adoption, worauf ich später noch zu sprechen kommen werde. Möchten Sie ein Pflegekind aufnehmen, so wenden Sie sich zunächst einmal an das Jugendamt. Hier können Sie einen Antrag auf Pflegschaft stellen. Das Jugendamt wird Sie aber auf Herz und Nieren prüfen wollen, weshalb auch dieser Weg steinig sein könnte. Sie müssen psychisch stabil sein und dürfen, soweit ich informiert bin, auch keine ernsthaften körperlichen Gebrechen haben. Einen Vorbereitungskurs für Pflegeeltern wird heutzutage in jeder Stadt oder auch in ländlichen Regionen angeboten und ist für gewöhnlich auch eine Voraussetzung, um sich um ein Pflegekind kümmern zu dürfen. Sie können beim Antrag angeben, in welcher Altersstufe das Pflegekind sein soll und ob Sie ein Mädchen oder einen Jungen aufnehmen möchten. Nach der Antragsstellung folgt die bereits angesprochenen Prüfung durch das Jugendamt. Sie müssen Interviews führen, in denen Sie so gut wie alles von sich preisgeben müssen. Ihre Wohnung oder Ihr Haus wird ebenfalls inspiziert und es wird geprüft, ob es kindgerecht eingerichtet ist. Also ist es wichtig, dass Sie ein Zimmer für das Kind herrichten oder zumindest ein freies Zimmer vorweisen können, bevor Sie einen Antrag auf eine Pflegschaft stellen. Es ist dabei tatsächlich sinnvoll, wenn Sie das Zimmer bereits vollständig eingerichtet haben, bevor das Jugendamt zum Kontrolltermin erscheint, denn das macht vielleicht einen besseren Eindruck als ein leeres Zimmer. Man sieht, dass Sie sich Gedanken gemacht und sich bereits gut auf das Kind vorbereitet haben. Flexibel in der Zimmergestaltung müssen Sie allerdings sein, sollten Sie eine sogenannte Bereitschaftspflege anbieten wollen. Das sind Pflegeeinrichtungen, die Kinder in Notfällen schnell und unkompliziert aufnehmen. Es kann in dem Fall zu jeder Tages- und Nachtzeit vorkommen, dass Sie ein Kind aufnehmen müsse, etwa wenn das Kind wegen Gefahr in Verzug aus der bisherigen Familie herausgenommen werden muss. Aber es ist ja kein Muss, eine solche Notfallpflege anzubieten. Im Übrigen habe ich vorhin nicht erwähnt, dass das Jugendamt die Einrichtung des Zimmers für ein Pflegekind bezuschusst. Außerdem bekommen Pflegeeltern eine monatliche Aufwandsentschädigung für die Betreuung des Pflegekindes. Dieses Geld ist dafür gedacht, um das Kind mit allem notwendigen zu versorgen und ist nicht etwa als Verdienst oder Gehalt anzusehen. Als zukünftiger Pflegevater oder Mutter müssen Sie sich finanziell nämlich nachweislich selbst versorgen können. Sie dürfen nicht vom Pflegegeld abhängig sein und sich nicht daran bereichern, sondern das Geld soll allein für die Versorgung des Kindes verwendet werden. Ich gehe einmal davon aus, dass es hier auch zu Überprüfungen durch das Jugendamt kommt. Wer ein Pflegekind aufnimmt, sollte generell dauerhaft dazu bereit sein, mit dem Jugendamt zusammenzuarbeiten, denn es wird regelmäßige Gespräche über die Entwicklung des Kindes und über dessen Verhalten geben, sowie über die Eingewöhnung. Gibt es Probleme mit dem Pflegekind, so ist auch hier das Jugendamt erster Ansprechpartner. Und es ist durchaus möglich, dass es häufiger zu Probleme kommt und Sie nicht etwa ein Kind bekommen, welches vorbildlichen Benehmen an den Tag legt und Ihnen nur Freude bereitet. Damit sollten Sie sich vor dem Antrag auf ein Pflegekind auseinandersetzen. Oft kommen die Kinder aus einer Familie, wo Alkohol- und oder Drogenkonsum an der Tagesordnung war. Häufig wurden Sie misshandelt, vernachlässigt, geschlagen oder sogar missbraucht. Manchmal körperlich, aber oft auch seelisch. Solche Misshandlungen heilen leider nicht, sondern das Kind wird es sein ganzes Leben lang mit sich herumschleppen. Solch ein Kind könnte zu Auffälligkeiten neigen und darauf sollten Sie vorbereitet sein. Vielleicht wurde es obendrein noch von seinen Geschwistern getrennt und vermisst diese nun. Dann kommt die Verlustangst hinzu. Und als wäre dies alles noch nicht genug, funken ja auch die leiblichen Eltern rein und oft kämpfen sie so lange vor Gericht, bis sie das Kind wiederbekommen. Es gibt also in vielen Fällen keine Garantie, dass das Pflegekind dauerhaft bei Ihnen bleibt. Und selbst wenn, dann sind da immer wieder die Besuchskontakte mit den leiblichen Eltern, welche die Kinder wieder völlig verunsichern können. Sie wissen dann nicht wohin sie gehören und das könnte Auffälligkeiten verstärken. Auch Sie müssen sich mit den leiblichen Eltern auseinandersetzen und zum Beispiel bei einem Telefonkontakt zwischen leiblichen Eltern und Kind unterstützend wirken, um danach ein vielleicht völlig verstörtes Kind zu trösten. Immer wieder machen leibliche Eltern eines Pflegekindes Versprechen, die sie dann nicht einhalten. So zum Beispiel das Versprechen, dass das Kind wieder zu ihnen zurückkönnte, dass sie sich eine neue Wohnung suchen mit einem großen Zimmer für das Kind und dass dann alles gut wird. Nur ein Beispiel, aber so sicherlich schon tausendfach vorgekommen. Manchmal liegt das Sorgerecht noch bei den leiblichen Eltern und nicht beim Jugendamt. Dann müssen Sie sich mit den Eltern über alle wichtigen Entscheidungen austauschen und sich mit ihnen irgendwie einig werden. Ein Pflegekind aufzunehmen ist sicher aber auch etwas sehr Schönes und es gibt auch gute Seiten, keine Frage, aber ich möchte Sie eben auch über die eventuellen Schattenseiten informieren. Nichtsdestotrotz stellt das Pflegekind natürlich eine Bereicherung in Ihrem Leben dar, wenn Sie dazu fähig sind ein fremdes Kind anzunehmen, als wäre es das Eigene. Das Kind sollte nie spüren, dass es eigentlich fremd ist und Sie sollten es nie zurückweisen, auch wenn es, wie beschrieben, Auffälligkeiten an den Tag legen sollte. Sie sollten dem Kind eine Stütze sein und ihm den Halt geben, den es in der Herkunftsfamilie oft nicht bekommen hat. Es ist auch nicht gesagt, dass das Kind zu dieser zurückkehren wird. Es gibt auch viele Fälle, in denen man das Kind dauerhaft bei sich behalten kann. Dann können Sie auch einen Antrag auf eine Adoption stellen und somit das Sorgerecht bekommen, welches bis zu diesem Zeitpunkt ja das Jugendamt oder die leiblichen Eltern innehatten. Erst dann ist es auch ganz offiziell Ihr Kind. In vielen Fällen kommt es aber nicht zu einer solchen Adoption, sondern das Kind bleibt Pflegekind, bis es irgendwann eigene Wege geht. Es ist mit Sicherheit ein schönes Gefühl einem Kind, das vielleicht nicht so einen guten Start hatte, Schutz und Geborgenheit zu geben. Und eben ein schönes Zuhause. Dies ist sicherlich auch, und vielleicht gerade, als Single möglich.
Ein Kind adoptieren
Obwohl heterosexuelle Paare immer noch als die optimalen Kandidaten für Adoptionen angesehen werden, ist es auch Singles möglich ein Kind zu adoptieren. Entscheiden Sie sich dafür, dann wäre die erste Anlaufstelle eine Adoptionsvermittlung. Sie werden dann zu einem Beratungsgespräch eingeladen, bei dem Sie ihre Fragen stellen können. Danach geht der Papierkrieg los. Sie stellen einen Adoptionsantrag, mit dem Sie unter anderem ein polizeiliches Führungszeugnis und einen Lebenslauf einreichen müssen. Des Weiteren gehört auch ein Bewerbungsschreiben in den Antrag, in welchem Sie Ihre Gründe für das Adoptionsvorhaben schildern. Auch ein Fragebogen, der sehr wohl auch äußerst persönliche Fragen beinhaltet, muss mit abgegeben werden. Hier sollten Sie, trotz teilweise sehr intimen Fragen, ehrlich bleiben und diesen nach bestem Wissen und Gewissen ausfüllen. Sie sollten dabei an ihr Ziel denken, nämlich bald möglichst einem Kind ein schönes Zuhause bieten zu können. Ich denke, dann kann man über einige Hürden hinwegsehen. Sind alle nötigen Unterlagen für den Adoptionsantrag beisammen, so reichen Sie diesen ein. Was dann folgt, ist ein Eignungsprüfungsverfahren, an dem schon sehr viele Menschen gescheitert sind. Im Zuge dieses Verfahrens wird ein Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin eingehende Gespräche mit Ihnen führen. Sie müssen dabei unter anderem Ihre Biografie offen legen und alle Fragen, die Ihnen gestellt werden, ehrlich beantworten. Diese Gespräche finden jeweils mit dem Jugendamt statt, in dem sich die Adoptionsvermittlungsstelle befindet. Dieses Verfahren kann sich mehrere Monate lang hinziehen und schon hier müssen Sie Nerven beweisen. Sie sollten sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, denn das ist ja nur der Anfang und vielleicht auch ein bisschen die Vorbereitung aus das, was danach kommt. Während des Eignungsprüfungsverfahrens wird auch festgelegt, ob für Sie auch eine Adoption aus dem Ausland in Frage kommt. Einen Sozialbericht hierfür können Sie sich vom Jugendamt erstellen lassen, und zwar während das Verfahren läuft. Man nimmt dies alles so genau und diese Prüfungen sind deswegen so hart, weil man Sie darauf vorbereiten möchte ein eventuell traumatisiertes Kind zu bekommen. Hat es nämlich die ersten Lebensjahre bereits durchlebt, dann hat das Kind vielleicht schon so Manches mitgemacht, was eben zu einem Trauma führen kann. Viele Kinder hatten bis sie endlich adoptiert werden nämlich kein gutes Zuhause oder wurden bereits als Säugling verlassen und ins Waisenhaus gebracht. Sie hatten oft bereits mehrere Zuhause und wurden herumgereicht. Das kann dann zum Beispiel das Trauma sein. Solche Kinder fürchten dann auch von Ihnen wieder weg zu müssen und brauchen lange Zeit, um jemandem wirklich vertrauen zu können. Der Start mit dem Kind könnte also alles andere als leicht werden. Darauf sollten Sie sich eben einstellen, ähnlich wie bei einem Pflegekind. Sie sollten noch wissen, dass es nicht selbstverständlich ist ein Kind adoptieren zu können, selbst wenn Sie das Eignungsprüfungsverfahren überstehen. Auf ein Kind kommen in Deutschland 8 Adoptionsbewerber. Möchten Sie die Chance auf ein Kind erhöhen, kann es daher ratsam sein, auch die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, aus dem Ausland zu adoptieren, was ich vorhin schon einmal kurz angeschnitten hatte. Für Auslandsadoptionen gibt es Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben Sie während des ganzen Prozedere zu betreuen. Sie organisieren alles rund um die Adoption und helfen in allen Belangen. An die Agentur ist eine Vermittlungsgebühr zu entrichten. Sie bekommen aber dafür auch eine Anleitung, wie die Adoption in etwa vonstattengehen wird. Besonders wenn es um Papiere geht, welche Sie noch zusätzlich benötigen ist eine Adoptionsagentur eine große Hilfe. Sie organisiert auch Flüge und Hotelübernachtungen, denn für gewöhnlich müssen Sie ein oder mehrere Male in das Herkunftsland des Kindes reisen, um es kennenzulernen, nachdem Ihnen die Agentur einen Adoptionsvorschlag unterbreitet hat. Gelingt es Ihnen eine Bindung zu dem Kind aufzubauen, was nicht immer der Fall ist, dann geht die Bürokratie los. Sie benötigen Einreisepapiere für das Kind, welche Sie aber erst bekommen, wenn die Adoption rechtskräftig ist. Im Zuge des ganzen Prozedere um die Einreisepapiere bedarf es auch einer Zustimmung der Ausländerbehörde, damit das Kind einreisen darf. Haben Sie all das gemeistert und sind mit dem Kind hoffentlich gut in Deutschland angekommen, dann steht noch der Gang zum Familiengericht an. Dieses muss die Adoption ebenfalls anerkennen, um sie offiziell zu machen. Danach sind Sie ein hoffentlich glücklicher Adoptivpapi oder eine glückliche Adoptivmami. Sie sollten jedoch mit einigen Kosten rechnen, vor allem bei einer Adoption aus dem Ausland. Mehrere Tausend Euro sind hier auf jeden Fall einzuplanen.
Welchen Weg Sie auch wählen, auch Sie als Single können ein guter Vater oder eine gute Mutter sein. Das ist nämlich ganz unabhängig davon, ob Sie einen Partner an Ihrer Seite haben oder nicht. Als Singleelternteil haben Sie vielleicht sogar Vorteile. Sie werden sich mit niemandem um die Erziehung streiten müssen. Das vermeidet so manchen Stress und oft sind Kinder alleinerziehender Mütter und Väter sogar glücklicher, als Kinder, die mit zwei Elternteilen aufwachsen. Gesellschaftlich ist es weitestgehend noch nicht anerkannt, sich als Single seinen Kinderwunsch zu erfüllen. Sie werden wahrscheinlich auf Unverständnis stoßen und vielleicht wird man Ihnen auch mit Feindseligkeit begegnen. Es kann auch durchaus sein, dass sogar gute Freunde sich von Ihnen abwenden. Aber daran würden Sie sehen, wer Ihre wirklichen Freunde sind, die auch um die Ecke denken können. Es ist nun mal jenseits der Norm als Single dem Wunsch nach einem Kind nachzukommen.
Reborn Babys
Besteht aufgrund verschiedener Umstände keine Möglichkeit ein Kind zu bekommen oder aufzunehmen, dann ist vielleicht auch ein Reborn Baby das Richtige für Sie. Das sind lebensechte Puppen, die einem lebenden Kleinkind bzw. Säugling nachempfunden sind. Sie sehen dabei wirklich täuschend echt aus. Reborn Babys werden auch zu Therapiezwecken eingesetzt. Beispielsweise bei Demenzkranken, die jeden Bezug zur Welt bereits verloren haben. Sie beginnen in manchen Fällen plötzlich wieder anzusprechen, wenn man Ihnen ein Reborn Baby in den Arm legt. Für Sie als Single soll dies zwar natürlich keinen vollwertigen Kinderersatz darstellen, aber man hat etwas Kleines zum knuddeln und das hilft vielen bereits weiter. Es handelt sich dabei aber ja lediglich um eine Puppe, letzten Endes um ein Stück Vinyl. Das sollten Sie nie vergessen und den Bezug zur Realität nicht verlieren. Dass man ein solches Reborn Baby lieben kann, es schaukelt und mit ihm spricht, ist eine ganz normale Reaktion, wenn Sie mich fragen. Denn es sieht schließlich täuschend echt aus und liegt im Arm, wie ein echtes Baby. Reborns gibt es in verschiedenen Größen und jede Hautfarbe ist vertreten. Für ein Reborn Baby müssen Sie mindestens mit Kosten von ein paar Hundert Euro rechnen. Die besten Reborn Künstler und Künstlerinnen verlangen aber durchaus auch mehrere Tausend Euro. Am Günstigsten ist es, ein Reborn gebraucht zu erwerben. In Kleinanzeigen werden Sie hierbei schnell fündig werden. Doch es gelingt nicht immer, auch eine Bindung zu dem Reborn aufzubauen. Auch, wenn sie noch so echt aussehen. Deswegen werden sie oft wieder abgegeben. Es gibt jedoch auch Sammler, die einfach nur ihren Bestand verkleinern. Die sind aber nur zwei der vielen Gründe, warum ein Reborn Baby wieder abgegeben wird. Daran ist nichts Verwerfliches. Schließlich handelt es sich nicht um echte Kinder. Deswegen brauchen Sie es sich auch überhaupt nicht vorzuwerfen, falls Sie das Reborn wieder abgeben möchten. Vielleicht haben Sie sich etwas Anderes darunter vorgestellt. Bestenfalls aber haben Sie das Gefühl ein neugeborenes Baby Zuhause zu haben. Haben Sie sich für ein älteres Reborn entschieden, dann eben ein wenige Monate altes Baby oder ein Kleinkind. Reborns sind aufwendig hergestellte Kunstwerke, die von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern modelliert werden. Hieraus entsteht der Rohling, um dann weiterverarbeitet zu werden. Sogenannte Rebornerinnen oder Reborner hauchen diesem Rohling dann Leben ein, indem er aufwendig bemalt und gerootet wird. Das Rooting bedeutet, dass Tausende von Härchen, meist einzeln, eingestochen werden. So bekommt das Reborn Haare. Ist das alles fertig, dann sieht so ein Reborn, wie ich bereits erwähnt habe, wirklich täuschen echt aus und ist von einem echten Baby auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden. Viele Menschen würden den Unterschied überhaupt nicht erkennen, wenn man es ihnen nicht sagen würde. So ist es durchaus möglich, mit einem Reborn Baby in die Öffentlichkeit zu gehen, ohne dass Sie groß auffallen würden. Dies tun auch einige Rebornmütter und Väter bereits. Der Trend kommt aus den USA. Der gesamte Reborn Trend, sowie auch das Herausgehen mit den Puppen. Wenn Sie danach suchen, finden Sie im Internet zuhauf Videos von solchen Touren mit Reborns, inklusive der Reaktionen von Passanten, die zumeist ganz erstaunt sind, dass es sich nicht um ein echtes Baby handelt. Auch hier in Deutschland wird es immer beliebter sich mit seinem Reborn in der Öffentlichkeit zu zeigen. Man legt das Reborn hierfür am besten in einen Kinderwagen, der möglichst viel von der Puppe verdeckt. Möglichst sollte nur das Gesichtchen hervorscheinen. Denn am Gesicht sieht man den Unterschied am wenigsten, während an Händen und Füßen sofort auffällt, dass es sich um kein echtes Baby handelt. Wenn Passanten stehen bleiben und in den Wagen sehen möchte, dann können Sie entweder ehrlich sein und ihnen sagen, dass es sich um eine Puppe handelt, oder Sie erfinden eine Geschichte. Dies sollten Sie sich im Vorfeld überlegen, um für die Situation gewappnet zu sein. Ein Reborn Baby kann etwas sehr Schönes sein und kommt für manche Singles durchaus infrage. Natürlich kann eine Puppe ein Kind nie ersetzen. Aber ein Reborn kann trösten, wenn Ihnen der Wunsch nach einem Kind verwehrt bleibt.
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